• von Christopher Ecclestone – Bergbaustratege

    Deng Xiao Ping ist in Bergbaukreisen vor allem für seinen oft wiederholten Ausspruch aus den 1980er Jahren bekannt, der da lautet: Saudi-Arabien hat Öl, China hat Seltene Erden. Damals wurde diesem Ausspruch kaum Bedeutung beigemessen, da Seltene Erden für die meisten Zuhörer zum einen ein großes Rätsel waren und zum anderen keinen großen Wert hatten, und weil es für sie auch nicht viele Alltagsanwendungen gab, außer die, den Fernsehern mit Kathodenstrahlröhre rote Farben zu verleihen. Der Rest ist Geschichte. Der endgültige Weckruf kam im Jahr 2009 bzw. 2010, als man begriff, was Deng aus strategischer Sicht damals eigentlich sagen wollte.

    Mittlerweile können wir das Mantra um einen weiteren Aspekt ergänzen, denn Argentinien hat Lithium – und davon möglicherweise eine ganze Menge! Theoretisch gesehen war eigentliche Chile der geeignete Ort für die Gewinnung von Lithium aus Lithiumlagerstätten in Salzseen (den sogenannten Salares). Aber seltsamerweise hat sich Chile eine Art Eigentor geschossen und diesen Vorteil verspielt, indem es versuchte, die Anzahl der Marktteilnehmer stark einzuschränken und die beiden Platzhirschen zu begünstigen. Prognosen zufolge wird Argentinien Chile bis zum Jahr 2030 bei der Lithiumproduktion überholen. Der Umstand, dass Chile sich gegen neue Marktteilnehmer sträubte, führte dazu, dass Argentinien mit seiner überraschend lockeren Haltung zum Mekka für all jene geworden ist, die ihre Positionen im Bereich der Salzseen abstecken wollen. Argentinien ist, um es in Dengs Worten zu sagen, quasi das Saudi-Arabien des Lithiums geworden.
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    Das unstete Schicksal der Salares
    Eines der Paradoxa Mitte des besagten Jahrzehnts war, dass man die Salares als zu schwierig oder zu langfristig orientiert herunterspielte. Hier ist allerdings anzumerken, dass einige der erfolgreichsten Unternehmen des ersten Lithiumbooms – wie etwa Orocobre, Galaxy und Lithium Americas – bereits ihren Fokus auf die Salares legten. Während des damaligen Booms und auch jetzt, wo dieser Boom wiederauflebt, kam bzw. kommt es im argentinischen Lithium Triangle zu einem wahren Ansturm von Firmen, die hier ihre Gebiete abstecken. Und dieser Ansturm stellt selbst das Kalifornien der 1850er Jahre in den Schatten. Die Explorer können von den Lithiumvorkommen Argentiniens buchstäblich nicht genug bekommen.

    Die Vorsicht, die man bei der Exploration der Salares an den Tag legte, wurde durch die Pannen, die sich bei Orocobre und Rincon ereigneten, noch verstärkt. Aus beiden Fällen hat man jedoch entsprechende Lehren gezogen, und das bedeutet, dass andere von den schwierigen Erfahrungen der zwei Firmen profitieren werden. Das Argument, dass bei der Erschließung der Salzseen längere Vorlaufzeiten erforderlich sind (weil erst der Verdunstungsprozess in Gang gesetzt werden muss), ist angesichts der deutlich längeren (und teureren) Bohr- und Ressourcenschätzungsphase bei den Lagerstätten im Hartgestein und der weitaus höheren Erschließungskosten im Untertagebau nicht wirklich stichhaltig.

    Der Niedergang von Canada Lithium nach dem Ende des ersten Lithiumbooms und dann die Strapazen von Nemaska zu Beginn des jüngsten Aufschwungs haben vielen Anlegern den Appetit auf eine kostspielige Förderung von Spodumen aus untertägigen Minen verdorben.

    Der meistbeschrittene Weg
    Trotz der anhaltenden Besorgnis über die politische Ausrichtung Argentiniens gleicht die Reise auf der Straße der Möglichkeiten, die sich mit den argentinischen Salzseen eröffnen, um es metaphorisch auszudrücken, in letzter Zeit eher der Fahrt auf einer Schnellstraße in Los Angeles zur Hauptverkehrszeit. Argentinien mischt im Lithiumsektor schon seit Jahrzehnten mit, ist also kein Neuling. Das Land spielte neben Chile dem Anschein nach aber immer nur die zweite Geige.

    Heute werden in Chile allerdings nur mehr bestehende Anlagen erweitert. Der Umstand, dass Chile an einem alten Regulierungssystem aus der Ära Pinochet festhielt, bei dem die chilenische Nuklearenergiekommission CCHEN für die Genehmigung von Lithiumprojekten verantwortlich zeichnete, war der klare Beweis dafür, dass Chile sich selbst im Weg stand. Dies bestärkt uns in der Auffassung, dass Chile nicht das Bergbauparadies ist, das uns viele weismachen wollen. Die undurchsichtigen Vorschriften des Landes erwecken den Anschein, als ob man dort versuchen würde, Neulinge aus dem Spiel auszuschließen, was letztlich nur dazu führt, dass Argentinien das Rennen macht.

    Nachdem man bei allen sich bietenden Möglichkeiten des Einstiegs und der Erschließung neuer Projekte in Chile unentwegt auf Hindernisse stößt, haben sich einige argentinische Andenprovinzen zu regelrechten Boomtowns für die großen und renommierten Akteure der globalen EV-Revolution entwickelt. Zum Traditionsunternehmen Livent (vormals FMC) gesellten sich Orocobre und Galaxy Resources (die anschließend fusionierten) hinzu. In weiterer Folge formierte sich die Herde der Elefanten im Lithiumsektor mit Posco, Ganfeng und Tianqi zu einer regelrechten Stampede, zu der zuletzt noch die Zijin Mining Group hinzustieß, die sich mit einem erstaunlichen Schachzug die Firma Neo Lithium schnappte und damit die Messlatte noch höher legte.

    Ebenfalls zu erwähnen ist die an der ASX gelistete Firma Argosy Minerals (mit ihrem Projekt Rincon – nicht zu verwechseln mit Sentients Problemprojekt Rincon), die derzeit gemeinsam mit Abnahmepartner Mitsubishi ihre zweite Erschließungsphase absolviert.

    Im November 2021 legte schließlich die an der TSX notierte Bergbaufirma Lithium Americas ein Angebot von 400 Millionen Dollar in Form von Aktien und Barmittel für das in Vancouver gelistete Unternehmen Millennial Lithium. Nach den Offerten von Chinas größtem Batteriehersteller CATL und dem Lithiumproduzenten Ganfeng Lithium ist dies bereits das dritte Angebot für das Unternehmen in diesem Jahr. Eine wahre Fressorgie hat begonnen.

    Neben diesen Giganten gibt es noch eine Reihe von Juniorunternehmen, die darauf hoffen, die Erfolgsstory von Neo Lithium wiederholen zu können. Eine dieser Aktien, die in letzter Zeit für Aufsehen gesorgt hat, ist Edison Lithium.

    Hinein ins Getümmel
    Mitte Juni 2021 gab die Firma Edison Cobalt Corp. (TSX-v: EDDY, OTCQX: EDDYF, FWB: VV0), wie sie damals hieß, die Unterzeichnung einer finalen Kaufvereinbarung zum Erwerb der argentinischen Firma Resource Ventures S.A. (ReVe) bekannt, die in Besitz bzw. Mehrheitsbesitz der Rechte an einer aussichtsreichen Claim-Fläche von mehr als 148.000 Hektar (365.708 Acres) mit Lithiumsolevorkommen (siehe Karte unten) in der argentinischen Provinz Catamarca war.
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    Die Claims befinden sich im Wesentlichen in den beiden geologischen Becken, die als Antofalla Salar (Bild unten) und Pipanaco Salar bekannt sind und im berühmten Lithium Triangle liegen.
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    Die Transaktion
    Um den Kauf zu realisieren, unterzeichnete Edison eine Vereinbarung zur Übernahme von ReVe sowie von 100 % der Anteilen an dessen Konzessionsgebieten für einen Kaufpreis von 1,85 Millionen Dollar, der in Form von zehn Millionen Stammaktien des Unternehmens zum festgesetzten Preis von 0,185 Dollar pro Aktie entrichtet wurde. Alle ausgegebenen Wertpapiere unterlagen einer gesetzlichen Haltedauer von vier Monaten ab dem Abschlussdatum.

    Politisches Szenario
    Während der letzten zwei Jahrzehnte waren in Argentinien größtenteils irreguläre ikonoklastische Regierungen an der Macht, zuletzt die Kirchner-Dynastie und davor das Duhalde-Regime. Dazwischen lag ein kurzes Intermezzo der fiskalkonservativen Regierung unter Mauricio Macri, der im letzten Quartal 2016 zum Präsidenten gewählt wurde.

    Die größten Ärgernisse für ausländische Bergbauunternehmen mit Betriebsstätten im Land sind:
    – Devisenkontrollen – obwohl durch den abgewerteten Peso (rein theoretisch) geringere Kosten für die Projekterschließung anfallen
    – Exportsteuern auf Konzentrate
    – Einfuhrbeschränkungen für Maschinen und Geräte

    Die Regierung Macri bereinigte diese Hindernisse und gleichzeitig kam es im Jahr 2017 zum zweiten Batteriemetall-Boom. Dieser Boom war zwar nur von kurzer Dauer, bescherte den Akteuren im argentinischen Raum jedoch neue Impulse.

    Die Regierung Macri zerbrach nach drei Jahren und die Kirchnerianer kamen wieder an die Macht. Der Bergbau (insbesondere der Lithiumbergbau) blieb davon jedoch weitgehend unbehelligt und erfährt derzeit einen regelrechten Erschließungsboom in den Salares (und kann auch zunehmend größere Kupferprojekte verbuchen).

    Es spricht einiges dafür, dass die relativ geringe Anzahl an Salzseeprojekten, die vor 2019 in Produktion gingen, auf zwei Missstände zurückzuführen war: einerseits auf den niedrigen Lithiumpreis zwischen 2011 und 2016 und andererseits auf die Agonie während der ersten Kirchner-Periode, die Argentinien nicht gerade zu einem einladenden Ort für den Ausbau von Projekten machte. Die Preisfrage hat sich geklärt, und die argentinische Regierung empfängt nun die Lithiumfirmen mit offenen Armen.

    Das Umschwenken von Edison Lithium vom Rohstoff Kobalt auf den Rohstoff Lithium scheint ein kluger Schachzug zu sein. Kobalt ist zwar sehr begehrt, wird aber äußerst selten aufgefunden. Die Jagd auf Einhörner erweist sich mitunter als ein langwieriges und teures Unterfangen. Wer könnte es dem Unternehmen angesichts der rasanten Entwicklung Argentiniens zum Saudi-Arabien des Lithiums verübeln, dass es sich in diesem Gebiet niederlässt und hier eine wichtige Position aufbaut?

    Natürlich ist das alles erst der Anfang, denn die Exploration, die Ressourcendefinition (und vermutlich auch die Ausweitung von Gebieten) stehen noch bevor. Aber im Land der Elefanten ist es wahrscheinlicher, auf Elefanten zu treffen als auf Wüstenrennmäuse. Die Jagd auf Edison Lithium ist also eröffnet.

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    Hallgarten & Company zu Edison Lithium: Edison im Land der Lithiumgiganten

    veröffentlicht am 7. Dezember 2021 in der Rubrik Allgemein
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